Ich weiß ja nicht, aber irgendwie schon cool so einen Internetblog zu haben und einfach reinzuschreiben, was man so am Tag oder an mehreren Tagen erlebt hat. Also wer das erfunden hat, dem sei Lob : )
Genauso auch der Gedanke, dass wenn wir in 11 Monaten wieder abreisen, man einfach mal in seinen Interblog schaut und liest was man so gemacht hat. Schon ein cooler Gedanke. Klar ich weiß auch, es sind noch 11 Monate bis dahin, aber in der Zeit in der ich daheim war hab ich mir nur selten Gedanken gemacht, ob jetzt der Monat bald rum ist oder nicht. Auf dem Weg zum Abi hin dann schon auf alle Fälle, aber das hat ja schließlich auch einen anderen Grund gehabt. Und hier weiß man ganz genau, dass das Leben hier auf ein Jahr begrenzt ist. (Kurzer Gedanke von mir… )
Ich fang mal beim Sonntag an, ich glaube da habe ich auch aufgehört. Nachdem wir alle mal wieder ein wenig Kontakt nach Hause hatten und die Zeitverschiebung halt doch eine große Rolle spielt. Da wenn es bei uns 16 Uhr manche vllt. mal schlafen möchten. Haben Max und ich entschieden in die Stadt zu gehen. Erst einmal wollten wir beim Fitness vorbeischauen um nachzufragen, wie so die Preise sind. Doch das hatte leider schon seit 13 Uhr zu. Also sind wir weiter einen Kaffee trinken gegangen. War wirklich ein super schönes Kaffee. Ja wie der Kaffee jetzt geschmeckt hat oder was auch immer brauch ich ja wohl kaum erklären ;). Nachdem wir dann fertig waren haben wir beschlossen in die Marktstraße zu gehen die uns Nina freitags gezeigt hat. Man man man war das ein Erlebnis. Wie kann man sich das am besten vorstellen? Also gut man muss sich vorstellen da ist ein Straße – logisch – an der Straße fahren ständig wirklich ständig Autos vorbei und genau neben den Autos wird alles verkauft. Und wenn ich Alles sage, dann mein ich auch wirklich alles. Irgendwann geht es dann mal so zwischen ein Paar Ständen hoch. Nina hat uns schon gesagt, dass man da dann hauptsächlich Kleidung kaufen kann. Klar für meine Größe natürlich nicht all zu viel. Aber es gibt wie soll es auch anders sein auch ALLES andere zu kaufen. Also Max und ich denken uns nichts dabei und laufen mal da hoch. Die ersten 100m Stände weitere 100m Stände man hatte den Anschein es nimmt gar kein Ende mehr. Natürlich waren wir dort nicht ohne Hintergedanken wir wollten etwas kaufen, mit dem wir unser Zimmer verschönern könnten. Deswegen haben wir uns für eine Dartscheibe und einen Spiegel entschieden. Keine Sorge beim Aufhängen waren wir beide auch so schlau das ganze weder untereinander noch übereinander zu hängen : ). Nachdem wir dann Glücklich irgendwann wieder aus den vielen Ständen herausgefunden haben, sind wir in Richtung Kino wieder einmal gegangen. Dort haben wir uns dann mit den Mädels aus der Wohnung getroffen und uns Capitan America angeschaut auf Spanisch. Und wieder einmal muss ich zugeben ich habe recht viel verstanden, zumindest den Kontext. Und das war dann der Sonntag.
Am Montag, sind wir dann alle rechtzeitig aufgestanden um, nicht wie Bolivianer, pünktlich am Arbeitsplatz zu sein. Ja was soll ich über meinen ersten bzw. inzwischen zweiten Tag sagen?! Momentan bin ich noch nicht so begeistert. Wie ich glaube ich schon erwähnt habe, arbeite ich im Casa Esperanza. Das Casa Esperanza ist ein reines Jungenheim. Die Jungs dort sind zwischen 8 und 18 Jahren. Sie leben im Heim, weil entweder ihren Eltern tot sind bzw. sie meistens gar nicht wissen, wer ihr Vater ist und die Mutter nun eben nicht mehr lebt. Oder weil ihr Eltern auf der Straße oder in sehr armen Verhältnissen und zu Hause dann Gewalt angewendet wird. Warum ich nicht begeistert bin, liegt einfach daran, dass ich Momentan keine feste Arbeit habe, bei der ich sagen kann das ist mein Bereich. Mir wurde zwar im Voraus gesagt, dass es so kommen wird, aber ich muss ehrlich gesagt sagen so habe ich es mir nicht vorgestellt. Unter der Woche haben die Jungs im Prinzip keine Freizeit. Die die morgens in der Schule sind müssen mittags ihre Hausaufgaben machen, die die nachmittags in der Schule sind müssen sie morgens machen, ebenso wie die, die abends in der Schule sind. Ich hab mir erklären lassen, dass die die schon von Anfang an zur Schule gehen konnten morgens in die Schule dürfen der Rest geht eben erst dann nachmittags oder abends. Ja was hab ich so an meinem ersten Arbeitstag gemacht? Ich hab ein wenig versucht, mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. Der Chef Martin hat mich allen Mitarbeitern vorgestellt. Ich hab einem Jungen geholfen beim geteilt rechnen, hab ein wenig Tischtennis gespielt. Mehr aber leider nicht und man kann sich ja vorstellen, dass das einen Tag mit 8 Stunden bei weitem nicht deckt. Also saß ich die restliche Zeit eigentlich nur rum.
Am Dienstag war es dann im Prinzip nicht viel anders. Ich hätte eigentlich ein paar Jungs helfen sollen in Englisch, aber die Jungs hatten weder Lehrbuch noch irgendwas anderes. Des Weiteren waren sie auch nicht sonderlich motiviert, so wie halt der Lehrer auch, der sich dann mal in der Zeit in der ich da war seine Fingernägel gekürzt hat. Es war zwar trotzdem Interessant, da ich mit den Jungs ins auch ins Gespräch gekommen bin und sie alle wirklich super nett sind. Aber was ist meine Aufgabe? Ich warte jetzt noch diese Woche ab. Schau mir mal alles an, was mir so auffällt, wo ich meine da könnte ich helfen. Und dann spreche ich mit Martin, mal schauen was dabei dann raus kommt. Meine Enttäuschung bei dem Ganzen, kommt wohl eher davon, dass ich es mir anders vorgestellt habe, ich habe erwartet, dass ich eher einen Bereich bekomme. Und di e Kinder auch mehr Zeit haben. Dabei ist der Raum in dem z.B. die Tischtennisplatte steht meist abgeschlossen oder die Jungs dürfen halt einfach mal wieder nicht spielen. Komisch aber ist halt so. Ich hoffe Momentan sehr, dass ich die richtige Entscheidung mit dem Projekt getroffen habe und das Jahr nicht auf Grund der Arbeit zu einer Qual wird. Denn sonst geht das Jahr ja nie rum.
Aber jetzt mal abwarten, wie es weiter geht.
Doch trotz meinen merkwürdigen und langen Tag, hatte ich einen super Abend mit Theresa und Max. Wir sind auf einen Aussichtspunkt gegangen KiliKili, von wo aus man wieder einmal einen super schönen Blick über einen Teil von La Paz hat. Und noch dazu sind super lustige Bilder entstanden.
Also jetzt aber, ich hab mal wieder mehr als 1100 Wörter geschrieben und ich will meine treuen Leser ja nicht verscheuchen und wenn ich das ganze mal wieder lesen möchte, soll es auch eine Licht am Ende des Tunnels geben. : )
Danke fürs Lesen
Euer Sebi
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