Jedes Mal, wenn ich einen Blogeintrag schreibe, schaue ich wann ich den letzten geschrieben habe. Und um ehrlich zu sein, ist das in einer Woche schon wieder einen Monat her. Das letzte Mal habe ich am 24. Dezember 2011 einen geschrieben und jetzt sind wir schon im neuen Jahr und der halbe Monat vom Januar ist auch schon wieder rum. Ich muss sagen, so langsam geht es mit großen Schritten auf meinen heiß ersehnten Besuch zu und dann muss man sich auch irgendwann Gedanken machen, dass man bald schon wieder daheim ist. Gut bald ist übertrieben, aber ich kann mich noch genau erinnern, letztes Jahr im Januar habe ich gesagt, dass wenn das Abitur mal rum ist, dauert es nicht mehr lange bis ich dann auch schon weg bin. Genau heute in 2 Monaten (15.) habe ich meine erste Prüfung geschrieben in Deutsch. Und in 10 Tagen heißt es, dass das erste halbe Jahr schon rum ist. Laut den Ex-Volontären heißt es auch, dass die zweite Hälfte deutlich schneller umgeht, wobei doch die erste Hälfte jetzt schon recht schnell vorbei war.
So nun leg ich aber mal los, was vom 24. Dezember bis heute so alles passiert ist.
Wie ich mit Sicherheit schon geschrieben habe, waren wir an Heiligabend alle im Haus der Volontäre und haben dort ein super leckeres Fondue gegessen. Eigentlich war die Überlegung dann noch wegzugehen, aber leider ist es hier in La Paz, wie man uns gesagt hat, so dass die Bolivianer alle mit ihren Familien feiern und lecker essen, dass keine Disco oder sonst irgendwas auf hat. Am 25. Dezember sind dann alle Volontäre zu uns in die Wohnung gekommen. Das wir am 25. noch einmal feiern, war der Wunsch der Amerikaner, da es bei ihnen ja den 24. nicht so gibt, wie bei uns. Also haben wir am 25. gemeinsam gefrühstückt und den Tag zum Schluss noch mit Fußball ausklingen lassen. Der 26. war dann ein ganz ruhiger Tag, an dem ich skypen gegangen bin und den Tag danach gemütlich ausklingen hab lassen.
Dienstags ging dann auch schon die Arbeit wieder weiter bis zum 30. Dezember. Am 31. Dezember sind wir wieder einmal ins Haus der Volontäre gegangen und wurden dort von Max seiner Mutter bekocht, die zu diesem Zeitpunkt zu Besuch bei Max war. Das Essen war super lecker, es gab Schupfnudeln, eine Pilz-Rahm-Soße und lecker Fleisch dazu. Ich wusste nicht dass man so ein leckeres Fleisch hier in Bolivien kaufen kann. Also hier auch noch einmal ein herzliches Dankeschön an die Mama von Max die sich wirklich viel Mühe gegeben hat um uns etwas Leckeres zu kochen.
Nach dem super Essen sind dann fast alle Jungs auf eine Party in der Südstadt gegangen, bei der man Eintritt bezahlt hat und dann so viel trinken konnte, wie man konnte. : ) Aber bevor es zum trinken kam, haben wir mal wieder das typisch bolivianische Verhalten mitbekommen. Zuerst einmal hieß es, dass der Laden ab 22:30Uhr aufmacht natürlich haben sie dann einfach mal die Öffnungszeit um eine Stunde nach hinten verschoben – einfach mal so : ) Dann als wir endlich drin waren wollte wir Getränke bestellen, doch dann hieß es, die Getränke wären noch nicht da. AHA. So also mussten wir noch eine viertel Stunde länger warten. Als dann endlich die Getränke da waren und wir anfangen konnten zu trinken, war es kurz vor Mitternacht. Das Beste überhaupt war aber, dass die Bolivianer sich um 00 Uhr nicht einmal gratuliert haben sondern erst so um 00:30 Uhr. Aber gut so sind halt unsere Freunde…. Wir deutschen hingegen haben uns gratuliert und dann gleich weiter voll durchgestartet. Was dafür gesorgt hat, dass für mich die Party gegen halb vier vorbei war. Ich habe zwar dafür den folgenden Tag komplett im Bett verbracht, aber es hat sich gelohnt.
Am 2. Januar ging es dann auf das Zwischenseminar in Santa Cruz, ohhh Gott wie schön Bolivien sein kann haben wir wirklich erst einmal in Santa Cruz erlebt. Es hat jeden Tag 30 Grad, und Sonnenschein gehabt. Einfach Wahnsinn. Wir also dort angekommen, morgens um kurz nach 8 glaube ich noch in der dicken Jacke, die wir von La Paz gebraucht haben, und konnten es fast nicht glauben, dass es morgens um diese Uhrzeit schon gute 28 Grad hatte. Gott sei Dank sind wir schon einen Tag früher angereist, damit wir mal in ein Freibad gehen konnten, das wirklich wunderschön war mit einer Grünfläche, die man sich in La Paz gar nicht vorstellen kann. Dort haben wir dann auch den ganzen Tag verbracht und uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, was manchen nicht so gut bekommen ist. Da sie in der Nacht dann dafür nicht mehr auf dem Bauch schlafen konnten.
Am darauffolgenden Tag, begann dann das Seminar, bei dem ich wirklich sagen muss, man hätte es sich auch sparen können. Persönlich waren die Personen die es gemacht haben super nett doch qualitativ hätte man wirklich jemand anderes nach Santa Cruz schicken müssen. Wir haben uns also 8 Tage lang Dinge angehört, die mir für mein weiteres Leben und Verhalten hier in La Paz leider überhaupt nichts bringen. Aber na ja wenigstens habe ich was von Santa Cruz mitbekommen, habe neue Freunde gewonnen und war auf dem Konzert von BOB SINCLAR, das einfach der absolute Wahnsinn war. Zuerst einmal hat eine bolivianische Band gespielt, die wie ich mir habe sagen lassen super bekannt ist und auch richtig gute Musik gespielt haben und nach dieser Band, als der Menge schon richtig eingeheizt wurde ging es dann weiter mit BOB SINCLAR. Es war ein super geiler Abend, wir haben von 22 Uhr bis halb vier morgens auf dem Konzert getanzt, getrunken und uns unterhalten. Und zur Krönung ging es dann danach noch weiter in eine Disco ein Santa Cruz. Es heißt in Santa Cruz leben die hübschesten Frauen Boliviens. Die anderen Tage haben wir sonst im Hotel verbracht und waren mit dem „wichtigen“ Seminar beschäftigt oder wir sind einmal auf ein Gelände außerhalb von Santa Cruz gefahren, bei man einfach mal die Seele hat baumeln lassen können und nebenher noch den privaten Pool genießen konnte.
Nach Santa Cruz ging es dann weiter nach Sucre, die Hauptstadt Boliviens, dort haben wir die Jungs aus dem Heim angetroffen die zu diesem Zeitpunkt auf Urlaub mit dem Heim waren. Also haben wir uns in Sucre noch 2 Tage aufgehalten und der nächste Stopp war dann Potosí. Potosí liegt auf einer Höhe von 4000m und ich muss auch hier mal wieder sagen, dass ich nach einer Woche Santa Cruz, wirklich wieder gemerkt habe, was es heißt sich in einer solche Höhe zu bewegen.
Am Freitag um 18 Uhr sind wir dann von Potosí wieder Richtung La Paz gefahren in einem Bus der geschätzte 20 Jahre alt war und der für eine Strecke von 500-600km 13 Stunden gebraucht hat. Es war also eine super angenehme Fahrt. Hahahaha das ich nicht lache. Und nun sind wir wieder zurück in La Paz und als ich gestern durch die Stadt gelaufen bin, etwas niedergeschlagen, da mir Santa Cruz so gut gefallen hat, ist mir erst einmal aufgefallen, wie schön doch einfach La Paz sein kann. Ich bin also froh wieder zurück zu sein, ich habe die Zeit sehr genossen in Santa Cruz, doch freue mich jetzt noch einmal ein halbes Jahr hier verbringen zu können. Und ich glaube es fällt einem jetzt auch einfach noch einmal leichter hier zu leben, da man genau weiß dieses Jahr geht es wieder heim und nicht erst nächstes Jahr.
So nun soweit mal wieder von mir
Ich wünsche euch allen noch ein gutes neues Jahr
Liebe Grüße Sebi