Montag, 20. Februar 2012

Von Ende Januar bis Ende Februar




Unglaublich, die Tage vergehen, wie im Flug. Jetzt war doch erst mein Bruder bis zum 10. Februar hier und jetzt haben wir im Prinzip schon wieder Ende Februar. Es dauert jetzt auch nicht mehr lange, dann stehen schon meine Eltern in Bolivien und die Reisezeit geht dann wieder von vorne los. Was natürlich auch nicht schlecht für mich ist. Ich kann mich zwar nicht beschweren, denn ich habe schon einiges in den letzten Monaten von Bolivien gesehen, doch es ist immer noch was anderes, das Ganze mit der Familie teilen zu dürfen.

Wie ich schon angesprochen habe, war mein Bruder mit einem seiner Arbeitskollegen (Philipp) hier in Bolivien, um mich zu besuchen und das Land zu sehen. Ihr Aufenthalt war zwar nicht von langer Dauer, doch trotzdem haben wir viel gesehen in kurzer Zeit, auch wenn uns der ein oder andere Stein in den Weg gelegt wurde. Also die zwei hier angekommen sind, standen sie erst einmal ohne Koffer da. Also haben sie das gleich einmal gemeldet und gehofft, dass die Koffer am nächsten Tag ankommen, was Gott sei Dank auch der Fall war. Sonst hätten wir schauen können, wie wir die ganze Reiserei hier in Bolivien legen.
Am Tag ihrer Anreise, habe ich die zwei morgens vom Flughafen abgeholt und nach mehr als 6 Monaten meinen Bruder zum ersten Mal wieder in Fleisch und Blut gesehen. 
War ein toller Moment. - Und dafür hat es sich gelohnt um kurz nach vier Uhr aufzustehen. 

Am ersten Tag, sind wir durch die Stadt gelaufen haben uns verschiedene Dinge angeschaut und die nächsten Tage geplant. Die z.B. die Todesstrasse beinhaltet haben, Machu Pichu, Santa Cruz, Titicacasee mit Sonneninsel und noch weitere kleine Dinge.

Und hier fingen dann auch schon die Probleme an. Beim Versuch mit der Kreditkarte die Kosten für Machu Pichu zu bezahlen, ist die Fehlermeldung aufgetreten, dass die Kreditkarte gesperrt sei .Somit musste mein Bruder erst einmal bei seiner Bank anrufen, sagen, dass er Momentan in Bolivien ist und alles in Ordnung sei, damit diese wieder freigegeben wurde. Das war schon einmal eine Menge Stress und hat uns auch wirklich viel Zeit gekostet. Aber na ja es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Und zur Belohnung, sind wir abends noch in ein super leckeres argentinisches Restaurant gegangen. Bei dem uns so lange Fleisch nachgelegt wurde, bis wir fast geplatzt wären.

Am nächsten Tag, hieß es dann Todesstraße. Das Schöne war, dass wir die einzigen drei waren, die an diesem Tag, mit der Reiseveranstaltung unterwegs waren. Somit hatten wir keinen Stress, konnten Bilder machen, wo immer wir wollten, hatten niemanden in unserer Gruppe der sich nicht getraut hat auch mal die Bremse loszulassen, ja und hatten auf jeden Fall tolle Eindrücke und einen super schönen Tag mit anschließendem Poolwassergang, was man schließlich Anfang Februar nicht oft hat. Zumindest nicht in Deutschland… Die Todesstraße hat aber auch den ganzen Tag in Anspruch genommen.

Der darauffolgende Tag, war der Tag an dem wir an den Titicacasee gereist sind und anschließend Weiter auf die Sonneninsel. In Copacabana, welches der Ort ist, von dem es auf die Sonneninsel geht, haben wir für den nächsten Tag Tickets gekauft, damit wir einen sicheren Platz im Bus haben, der uns nach Peru bringt. Das blöde an der Sache war nur, dass die Frau die uns die Tickets verkauft hat, am nächsten Tag leider nicht mehr aufgetaucht ist, und wir somit für umgerechnet 3 € noch einmal Tickets haben kaufen müssen. VIVA BOLIVIA (Es lebe Bolivien).

Jeden Falls, sind wir dann auf der Sonneninsel rumgelaufen, haben uns den Strand angeschaut, an dem die ganzen Touristen waren mit ihren Gitarren, selbstgedrehten Marihuana Zigaretten etc. Ich weiß zwar nicht wieso, aber wir wurden von einem dieser Verrückten angesprochen, ob wir ihm LSD verkaufen könnten. Ja mein Freund, leider nicht, aber wenn er nach diesem Versuch nicht aufgegeben hat, hat er bestimmt gefunden, was er gesucht hat. Unsere Unterkunft, war zwar nicht der Hammer, aufgrund von geteiltem Klo, welches wirklich ziemlich eklig war, vor alle nachdem eine gewissen Person und dieser Person weiß wer gemeint ist, damit fertig war. Aber gut auch das hat seinen Zweck erfüllt, da wir so oder so nur eine Nacht dort verbracht haben und in unseren Schlafsäcken geschlafen haben.

Den nächsten Tag haben wir mit einem leckere Mittagessen angefangen, da wir auf der Sonneninsel zum einen keine gute Frühstücksmöglichkeit gefunden haben zum anderen die Zeit auch gar nicht vorhanden war. Nach dem Mittagessen, haben wir uns mit Essensvorräten eingedeckt und sind daraufhin in den Bus eingestiegen, für den wir 2 Mal Tickets kaufen mussten. Dieser Bus hat und dann an einen Busbahnhof in Peru gebracht und von dort aus sind wir mit einem weiteren Bus über Nacht nach Cusco gefahren. In Cusco wurden wir von einer Frau abgeholt, die ungefähr 1,40m „groß“ war. Zwischen meinem Bruder und mir, sah das ganze schon etwas übel aus. Doch diese Frau, hat sich um alles Organisatorische in Cusco und Umgebung gekümmert. Wir wurden von ihr in unser Hotel gebracht, welches wirklich gut war und zentral gelegen. Wir haben in Cusco eine Stadttour gemacht, uns die Stadt auf eigene Faust etwas angeschaut und super lecker gegessen. Wenn ich jetzt schreibe, was wir gegessen haben werden uns manche dafür zwar hassen, doch ich möchte es nicht missen. Wir haben richtiges geiles Alpacafleisch gegessen. Ich muss sagen, ich habe selten soooo gutes Fleisch gegessen. Und da das so gut war, haben wir zwei Mal im selben Restaurant gegessen, mit verschiedenen Variationen Alpacas….

Der Tag nach unserer Anreise, war der Tag an dem wir auf den Machu Pichu gebracht wurden. Auch hier hatten wir etwas Pech, zum einen ist unser Guide nicht gekommen zum anderen hat es den ganzen Tag geregnet. Aber um Eindrücke und Bilder zu sammeln hat es gereicht. Und auch wenn das Wetter an diesem Tag nicht so gut war, haben wir uns die Laune nicht verderben lassen.
Von Peru (Cusco) aus sind wir dann wieder nach La Paz geflogen, abends auf einen Showkampf gegangen, der so unglaublich schlecht war, dass es schon wieder lustig ist. Und danach haben wir mit Pizza den Abend ausklingen lassen.

Da wir am nächsten Tag, nach Santa Cruz, für mich da bolivianische Paradies geflogen sind, in dem es schon morgens um kurz nach 8 zwischen 24- und 25 °C hat. Wir haben die folgenden drei Tage, jeden Tag ca. 8 h oder mehr in einer Poollandschaft verbracht, die einem vermitteln könnte, dass man auf den Bahamas ist. Einfach wunderschön. Und wenn man dann noch die Nachrichten im Internet liest, dass es in Deutschland in der Nacht  -22 °C hatte und wir nur mir Klimaanlage schlafen konnten, dann genießt man das Ganze noch viel mehr.

Am Mittwochabend sind wir dann wieder nach La Paz geflogen.

Am Donnerstag haben wir noch einmal etwas La Paz angeschaut, sind abends gute essen gegangen, im deutschen Restaurant und am nächsten Tag, morgens haben ich die zwei auf den Flughafen gebracht.
Seit diesem Tag ist schon wieder mehr als eine Woche rum.

In der Woche ist nicht viel passiert, abgesehen davon, dass ich von Freitag 17.02 bis Sonntag 19.02. in Oruro war, wo größte Carnaval Boliviens stattfindet. War auf jeden Fall interessant zu sehen, wie es hier abläuft, doch ich habe wieder einmal gemerkt, dass Fasching überhaupt nicht meine Zeit ist.Vorallem hat mir irgend so ein Dichter Mongo (hijo de puta) ans Bein gepisst und das Wort wörtlich. Er hat mich nur gefragt, ob ich eine Treppenstufe weiter runtergehen kann, damit er sich entleeren kann. Ich natürlich eine Treppe weiter runter damit er genug Platz hat an irgend so ne Hauswand zu pissen. Aber was macht dieser Vollmongo er pisst in meine Richtung und nach ca. 10 Sekunden habe ich dann gemerkt, wie meine Hose langsam am Hosenbein nass wurde. Gott sei dank hat er in Richtung eines Zaunes gepisst und mir nicht direkt ans Bein, doch trotzdem ziemlich eklig. Aber na ja so ist Oruro.

So das war es dann von mir.

Nächsten Monat gibt es wieder was zu hören, sofern was passiert sein sollte, das sich lohnt zu erzählen.
Mir geht es gut. Ich lebe das Leben hier und genieße die Zeit, die ich noch hier verbringen darf.

Liebe Grüße

Sebi


Sonntag, 15. Januar 2012

viel gesehen und viel erlebt


Jedes Mal, wenn ich einen Blogeintrag schreibe, schaue ich wann ich den letzten geschrieben habe. Und um ehrlich zu sein, ist das in einer Woche schon wieder einen Monat her. Das letzte Mal habe ich am 24. Dezember 2011 einen geschrieben und jetzt  sind wir schon im neuen Jahr und der halbe Monat vom Januar ist auch schon wieder rum. Ich muss sagen, so langsam geht es mit großen Schritten auf meinen heiß ersehnten Besuch zu und dann muss man sich auch irgendwann Gedanken machen, dass man bald schon wieder daheim ist. Gut bald ist übertrieben, aber ich kann mich noch genau erinnern, letztes Jahr im Januar habe ich gesagt, dass wenn das Abitur mal rum ist, dauert es nicht mehr lange bis ich dann auch schon weg bin. Genau heute in 2 Monaten (15.) habe ich meine erste Prüfung geschrieben in Deutsch. Und in 10 Tagen heißt es, dass das erste halbe Jahr schon rum ist. Laut den Ex-Volontären heißt es auch, dass die zweite Hälfte deutlich schneller umgeht, wobei doch die erste Hälfte jetzt schon recht schnell vorbei war. 

So nun leg ich aber mal los, was vom 24. Dezember bis heute so alles passiert ist.

Wie ich mit Sicherheit schon geschrieben habe, waren wir an Heiligabend alle im Haus der Volontäre und haben dort ein super leckeres Fondue gegessen. Eigentlich war die Überlegung dann noch wegzugehen, aber leider ist es hier in La Paz, wie man uns gesagt hat, so dass die Bolivianer alle mit ihren Familien feiern und lecker essen, dass keine Disco oder sonst irgendwas auf hat.  Am 25. Dezember sind dann alle Volontäre zu uns in die Wohnung gekommen. Das wir am 25. noch einmal feiern, war der Wunsch der Amerikaner, da es bei ihnen ja den 24. nicht so gibt, wie bei uns. Also haben wir am 25. gemeinsam gefrühstückt und den Tag zum Schluss noch mit Fußball ausklingen lassen. Der 26. war dann ein ganz ruhiger Tag, an dem ich skypen gegangen bin und den Tag danach gemütlich ausklingen hab lassen.

Dienstags ging dann auch schon die Arbeit wieder weiter bis zum 30. Dezember. Am 31. Dezember sind wir wieder einmal ins Haus der Volontäre gegangen und wurden dort von Max seiner Mutter bekocht, die zu diesem Zeitpunkt zu Besuch bei Max war. Das Essen war super lecker, es gab Schupfnudeln, eine Pilz-Rahm-Soße und lecker Fleisch dazu. Ich wusste nicht dass man so ein leckeres Fleisch hier in Bolivien kaufen kann. Also hier auch noch einmal ein herzliches Dankeschön an die Mama von Max die sich wirklich viel Mühe gegeben hat um uns etwas Leckeres zu kochen.

Nach dem super Essen sind dann fast alle Jungs auf eine Party in der Südstadt gegangen, bei der man Eintritt bezahlt hat und dann so viel trinken konnte, wie man konnte. : ) Aber bevor es zum trinken kam, haben wir mal wieder das typisch bolivianische Verhalten mitbekommen. Zuerst einmal hieß es, dass der Laden ab 22:30Uhr aufmacht natürlich haben sie dann einfach mal die Öffnungszeit um eine Stunde nach hinten verschoben – einfach mal so : ) Dann als wir endlich drin waren wollte wir Getränke bestellen, doch dann hieß es, die Getränke wären noch nicht da. AHA. So also mussten wir noch eine viertel Stunde länger warten. Als dann endlich die Getränke da waren und wir anfangen konnten zu trinken, war es kurz vor Mitternacht. Das Beste überhaupt war aber, dass die Bolivianer sich um 00 Uhr nicht einmal gratuliert haben sondern erst so um 00:30 Uhr. Aber gut so sind halt unsere Freunde…. Wir deutschen hingegen haben uns gratuliert und dann gleich weiter voll durchgestartet. Was dafür gesorgt hat, dass für mich die Party gegen halb vier vorbei war. Ich habe zwar dafür den folgenden Tag komplett im Bett verbracht, aber es hat sich gelohnt.

Am 2. Januar  ging es dann auf das Zwischenseminar in Santa Cruz, ohhh Gott wie schön Bolivien sein kann haben wir wirklich erst einmal in Santa Cruz erlebt. Es hat jeden Tag 30 Grad, und Sonnenschein gehabt. Einfach Wahnsinn. Wir also dort angekommen, morgens um kurz nach 8 glaube ich noch in der dicken Jacke, die wir von La Paz gebraucht haben, und konnten es fast nicht glauben, dass es morgens um diese Uhrzeit schon gute 28 Grad hatte. Gott sei Dank sind wir schon einen Tag früher angereist, damit wir mal in ein Freibad gehen konnten, das wirklich wunderschön war mit einer Grünfläche, die man sich in La Paz gar nicht vorstellen kann. Dort haben wir dann auch den ganzen Tag verbracht und uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, was manchen nicht so gut bekommen ist. Da sie in der Nacht dann dafür nicht mehr auf dem Bauch schlafen konnten.

Am darauffolgenden Tag, begann dann das Seminar, bei dem ich wirklich sagen muss, man hätte es sich auch sparen können. Persönlich waren die Personen die es gemacht haben super nett doch qualitativ hätte man wirklich jemand anderes nach Santa Cruz schicken müssen. Wir haben uns also 8 Tage lang Dinge angehört, die mir für mein weiteres Leben und Verhalten hier in La Paz leider überhaupt nichts bringen. Aber na ja wenigstens habe ich was von Santa Cruz mitbekommen, habe neue Freunde gewonnen und war auf dem Konzert von BOB SINCLAR, das einfach der absolute Wahnsinn war. Zuerst einmal hat eine bolivianische Band gespielt, die wie ich mir habe sagen lassen super bekannt ist und auch richtig gute Musik gespielt haben und nach dieser Band, als der Menge schon richtig eingeheizt wurde ging es dann weiter mit BOB SINCLAR. Es war ein super geiler Abend, wir haben von 22 Uhr bis halb vier morgens auf dem Konzert getanzt, getrunken und uns unterhalten.  Und zur Krönung ging es dann danach noch weiter in eine Disco ein Santa Cruz. Es heißt in Santa Cruz leben die hübschesten Frauen Boliviens. Die anderen Tage haben wir sonst im Hotel verbracht und waren mit dem „wichtigen“ Seminar beschäftigt oder wir sind einmal auf ein Gelände außerhalb von Santa Cruz gefahren, bei man einfach mal die Seele hat baumeln lassen können und nebenher noch den privaten Pool genießen konnte.

Nach Santa Cruz ging es dann weiter nach Sucre, die Hauptstadt Boliviens, dort haben wir die Jungs aus dem Heim angetroffen die zu diesem Zeitpunkt auf Urlaub mit dem Heim waren. Also haben wir uns in Sucre noch 2 Tage aufgehalten und der nächste Stopp war dann Potosí. Potosí liegt auf einer Höhe von 4000m und ich muss auch hier mal wieder sagen, dass ich nach einer Woche Santa Cruz, wirklich wieder gemerkt habe, was es heißt sich in einer solche Höhe zu bewegen.

Am Freitag um 18 Uhr sind wir dann von Potosí wieder Richtung La Paz gefahren in einem Bus der geschätzte 20 Jahre alt war und der für eine Strecke von 500-600km 13 Stunden gebraucht hat. Es war also eine super angenehme Fahrt. Hahahaha das ich nicht lache. Und nun sind wir wieder zurück in La Paz und als ich gestern durch die Stadt gelaufen bin, etwas niedergeschlagen, da mir Santa Cruz so gut gefallen hat, ist mir erst einmal aufgefallen, wie schön doch einfach La Paz sein kann. Ich bin also froh wieder zurück zu sein, ich habe die Zeit sehr genossen in Santa Cruz, doch freue mich jetzt noch einmal ein halbes Jahr hier verbringen zu können. Und ich glaube es fällt einem jetzt auch einfach noch einmal leichter hier zu leben, da man genau weiß dieses Jahr geht es wieder heim und nicht erst nächstes Jahr.

So nun soweit mal wieder von mir

Ich wünsche euch allen noch ein gutes neues Jahr

Liebe Grüße Sebi

Samstag, 24. Dezember 2011

Auf was Mann für Ideen kommt….



Fangen wir mal mit etwas harmloseren Dingen an, wie dass ich nach endlich knapp 3 Monaten oder fast sogar 4 Monaten mit meinem Projekt eines Spieleraumes anfangen konnte. Der Raum wird wahrscheinlich Ende Dezember fertig sein. Eigentlich wollte ich diesen Blogeintrag schon viel früher veröffentlichen, aber leider bin ich nicht dazu gekommen. Im Moment, sieht es so aus, dass wir schon gestrichen haben, der Raum im Prinzip vollständig eingerichtet ist und nur noch die Verkabelung der Leuchtstoffröhren fehlt. Wenn das, dann mal gemacht ist, dann kann es richtig abgehen. Ich hoffe sehr, dass alles so wird, wie ich mir das vorstelle und die Jungs dann später ihre Freude damit haben werden. Viele der Jungen, die mir helfen und immer wieder in den Raum kommen sagen dann auch „cool“. Die Farben gefallen mir, das freut mich persönlich dann unheimlich. Und auch wenn die Jungs helfen, haben sie ihren Spaß beim streichen…  : )


Ich glaube ich habe schon einmal davon geschrieben, dass in der Fundación momentan ein internes Volleyballturnier stattfindet. Bei meinem Team sieht es dieses Jahr wirklich gut aus, also wenn ich diesen Beitrag veröffentliche, dann könnte es sein, dass wir Meister sind. Und da ich jetzt leider schon ein paar Wochen Verspätung mit dem Blogeintrag habe, sind wir MEISTER !!!!! Und mir wurde zugesagt, dass wenn wir dieses Jahr gewinnen, wird es eine Statue von mir im Casa Esperanza geben oder zumindest ein Bild mit „Spieler des Jahres“ : ) Bis zum Tag des Turnieres hatten wir ein Spiel verloren, aber das leider auch nur, da wir zu fünft spielen mussten und es einfach nicht unser Tag war. Doch trotzdem waren wir auf dem 1. Platz in der Vorrundenentscheidung. Wir haben sogar den Chef der Fundación geschlagen vordem alle so große Angst hatten und mir immer wieder gesagt haben er kann spielen. Dass ich nicht lache, wir haben sein Team 25: 18 und 25:8 geschlagen. Ich glaube das sagt alles.  Und auch im Finale, haben wir nichts anbrennen lassen und das Sieg ganz locker nach Hause geholt.

Dem Letzt war wirklich ein super Tag in Casa Esperanza, erst haben wir gestrichen, dabei richtig coole Musik gehört, mit der Anlage, die ich schon gekauft habe und am Abend war noch Suppe vom Mittagessen übrig. Daraufhin haben wir einem der Jungs gesagt, wenn er den Topf vollends leertrinkt bekommt er von uns 5 Bolivianos also umgerechnet 50 Cent. Der Topf hatte bestimmt noch einen Inhalt von einem guten Liter, den er ohne abzusetzen trinken musste. Er natürlich mit vollem Eifer dabei gewesen hat das Ding auch locker runtergezogen und danach nur gefragt: „ und was essen wir jetzt?“.

Am Dienstag den 6.12.11 haben wir mal wieder eine Kinonacht im Casa Esperanza veranstaltet. Zu der wir entschlossen haben, dass wir danach dort übernachten. Doch bevor wir die Kinonacht veranstaltet haben, haben wir uns eine Glatze rasiert. „Wenn nicht jetzt, wann dann…?“. Wir hatten schon vor einigen Tagen beschlossen, dass wir das gerne machen wöllten und jetzt endlich haben wir den Schritt gewagt und haben es getan. Es war ein riesen Event wir standen in einem Bad das vllt. 6 m² groß war mit ca. 10 Mann. Zuerst haben wir angefangen, einfach nur wild mit einer Schere in unseren Haaren rumzuschneiden, danach haben wir dann mit dem Elektroschneider alles abgemacht und zu guter Letzt mit einem Nassrasierer die letzten Spuren entfernt. Ich muss sagen es hat sich sich ziemlich krass angefühlt und sieht auch wirklich ungewohnt aus. Aber jetzt weiß ich wenigstens, wie ich mit einer Glatze aussehe und ganz ehrlich in wenigen Tagen ist es so, als hätten wir unseren Kopf nie mit einem Nassrasierer rasiert. Noch dazu, wenn ich wieder in Deutschland bin, sind die Haare wieder voll und prächtig : )

Ich weiß noch genau, wie einige der Volontäre am Anfang ihres Jahres, auch ich, darüber gesprochen haben, wenn mal Weihnachten ist, dann ist es wirklich nicht mehr lange, bis man wieder daheim ist. Zu diesem Zeitpunkt, hat natürlich viel Heimweh aus einem gesprochen. Doch im jetzigen Moment, fühle ich mir wirklich sehr wohl. Klar, dass man bei einer Wohngemeinschaft von 10 Personen nicht mit allen auskommt ist ja auch ganz normal. So ist nun einmal der Mensch. Aber letzten Endes, sind das ja auch die Dinge, die man aus so einem Auslandsjahr mitnimmt und aus denen man nur lernen kann.

Ich finde es im Moment sogar eher ein wenig verrückt. Morgen, 25. Dezember in 7 Monaten, flieg ich schon wieder Heim. Wir haben bald Halbzeit. Ich weiß auch noch genau, als ich gesagt habe, ohhh wenn mal mein Bruder und meinen Eltern hier waren…. Und was ist nächsten Monat, da steht mein Bruder schon da. (Vorauf ich mich riesig freue)

Man muss wirklich sagen, dieser Monat ging unheimlich schnell rum. Nächste Woche liebe Leute ist schon 2012.

Und heute ist Heiligabend, es ist zwar komisch dieses Jahr Heiligabend ohne Familie zu verbringen, aber ja da man hier eh  nicht wirklich in Weihnachtsstimmung kommt, bekommt man das Ganze auch ganz gut so rum.  Wir Volontäre werden heute lecker Fondue essen und den Abend gemütlich ausklingen lassen, also anders aber gut…

So, das war eigentlich auch schon alles wichtige, was wir bisher diesen Monat gemacht haben.

Ich hoffe euch geht es allen Gut ihr habt schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2012.

Liebe Grüße
Euer nun wieder etwas behaarter Sebi

Sonntag, 20. November 2011

Jetzt wird es aber mal wieder Zeit.



In meinem letzten Blogeintrag habe ich geschrieben, dass heute der 17. Oktober wäre. Und siehe da, heute, an dem Tag an dem ich diesen Blogeintrag verfasst habe, ist der 17. November.
Vieles ist in der letzten Zeit passiert und eigentlich sollte ich auch viel mehr hier schreiben, da ich sonst viel zu viel vergessen werde, was mir hier alles widerfahren ist. Doch leider habe ich die Zeit und um ehrlich zu sein, auch die Lust nicht. 

Ich fang jetzt einfach mal bei dem an, an was ich mich gerade so spontan erinnern kann:
Am Anfang dieses Monates haben wir Brot im Heim gebacken. Hier in Bolivien ist das so, die Menschen denken, dass wenn eine Person stirbt, ist sie nur körperlich von einem gegangen, aber geistig ist sie noch immer da. Ich habe mir sagen lassen, dass man hier auch nicht so spricht, schön war die Zeit mit ihm/ihr sondern schön ist die Zeit noch immer. Jedenfalls  ist hier Fronleichnam nicht am 1. November sondern am 2. November und an diesem Tag versammelt sich ganz Bolivien auf den verschieden Friedhöfen. Den verstorbenen Personen, wird all das mitgebracht, das sie zu ihren Lebzeiten am liebsten hatten, wie also das Lieblingsgetränk, die Lieblingssüßigkeit etc. und das alles wird dann vor ihr Grab gelegt. Ebenso Brot, aufgrund dessen, haben auch wir, wie jeder andere Bolivianer, selbst Brot gebacken. Symbolisch backt man z.B. eine Leiter, damit der Geist heruntersteigen kann. In die Lieblingsgetränke werden Strohhalme gesteckt, da der Geist zu schwach sein könnte, das Glas anzuheben um zu trinken.

Einige der Jungs waren zwar nicht auf dem Friedhof oder ähnliches, doch ich persönliche glaube,  für sie ist es eher mehr der Spaß, der bei dieser Backerei zählt.  Und um ehrlich zu sein war es auch ziemlich cool, und wer hätte es erwartet das Brot hat sogar super geschmeckt.

An einem anderen Tag, ich glaub es war in der Woche vom 2. November, sind wir mit einigen der Jungs als Belohnung für gute Schulnoten ins Stadion gegangen. Dort war dann das sogenannte „Classico“-Spiel. Das heißt um genau zu sein, Bolivar gegen Tigre („The Strongest“). Das ganze Stadion, das in der Stadtmitte ist, war gerammelt voll. Ein super tolles Erlebnis. Klar war es mal wieder nicht gerade Bundesliganiveau, doch für uns Volontäre geht es dabei auch nicht wirklich um das Spiel, vielmehr geht es um die Atmosphäre. Allein die Vorstellung, dass einem der Linienrichter eine Flasche an den Kopf geworfen wurde, dass der Schiedsrichter unter Polizeischutz in seine Kabine begleitet wird und dass die Menschen im Stadion mit Kopfhörern sitzen, damit sie die Kommentator Sprüche hören können. Dinge,  soviel ich weiß, die in Deutschland anders ablaufen. Auch hier hatten die Jungs ihren Spaß und wöllten am liebsten morgen gleich wieder gehen.  

Ich muss zugeben die Zeitliche Abfolge, stimmt mit Sicherheit hier nicht bei allem, aber das stört ja eigentlich auch nicht. Es geht mir mehr darum die Gedanken und Momente festzuhalten, in denen man sich befunden hat.
Doch das schlimmste, das ich in diesem Monat erfahren habe, war in einem Gespräch mit einem der Jungen. Im Gespräch, mit einem meiner Jungs habe ich ihn gefragt, warum er am Anfang, als ich gekommen bin, nicht in die Schule gegangen ist. Er hat mir erzählt, dass ein Prozess am Laufen war, bei dem entschieden wurde, ob er wieder zu seinem Vater zurück muss oder er im Heim bleiben kann. Es wurde jetzt also so entschieden, dass er im Heim bleiben darf. Woraufhin ich ihn gefragt habe, ob er die Entscheidung gut findet oder lieber gerne zurückgekehrt wäre. Daraufhin hat er mir erzählt, dass er mit der Entscheidung sehr zufrieden ist, denn er will nie wieder zu seinem Vater zurück. In diesem Moment, habe ich mir schon gedacht, dass was Schlimmes passiert sein muss, um solch eine Aussage zu treffen. Und mit meiner Vermutung lag ich richtig. Dieser sogenannte Vater, hat es fertiggebracht seinen Sohn mit Alkohol anzuzünden, woraufhin er nun an seinem ganzen Oberkörper,  sowie an seinem  Hals Verbrennungen hat, die ihn immer daran erinnern werden, was sein Vater getan hat. Und hier, auch wenn er es nie verstehen kann diesen Jungen schon, möchte ich mal meine Begeisterung für diesen Jungen aussprechen. Mir scheint es, dass er sich trotz seines Schicksaales, nicht unterkriegen lässt. Er lebt sein Leben mit voller Lebensfreude.

Bei einem anderen Jungen, wurde mit von meinem Chef erzählt, dass er so lange von seinen Eltern mit Gegenständen auf den Kopf geschlagen wurde, so dass er jetzt ein wenig, dumm im Kopf ist. Man merkt ihm manchmal an, dass er nicht auf dem Stand eines 15 jährigen Jungen ist.

Was mir manchmal zu schaffen macht, ist, wenn ich mit der Sozialarbeiterin auf Familiensuche bin. Zwar macht es mir jedes Mal sehr viel Spaß, da es besonders ist sehen zu dürfen, wie die Jungs früher gelebt haben, mit wem  sie früher gelebt haben. Und ich komm hin und wieder aus dem Heim raus und darf noch einen anderen Teil von La Paz oder sogar Boliviens sehen. Doch oft ist es so, dass wir die Familie finden und die/der Mutter/Vater sagt, sie kann ihren Sohn nicht mehr zurück nehmen.  Dies ist oft der Fall, aufgrund von einem neuen Mann oder von vielleicht 4 Kindern, es ist unterschiedlich. Manchmal ist es auch aufgrund der finanziellen Lage. Und in diesem Moment beschäftigt mich, dass ich die Möglichkeit hatte, die Mutter oder vielleicht auch den Vater sehen zu dürfen, mit ihnen sprechen zu dürfen und die Jungs nicht. 
 
Wenn ich bei der Arbeit bin und Ereignisse vorkommen, die ich in 8 Monaten nicht mehr erleben darf, stimmt mich das manchmal ein wenig komisch. Es gibt z.B. einen kleinen Jungen, Joel ist sein Name und ist 8 Jahre alt. Und seit ein paar Wochen, kommt er regelmäßig zu mir her und sagt er muss mir was ins Ohr sagen. Also beug ich mich zu ihm runter und hör mir an, was er mir sagen will. Ich weiß zwar schon jedes Mal, was es sein wird, aber ich will ihm einfach den Spaß lassen. Ich glaube alle, die das jetzt hier lesen, denen wurden schon einmal Geräusche, wie ein Kuss ins Ohr geküsst. Und das macht er regelmäßig bei mir. Ich hoffe sehr, dass er irgendwann den Ernst des Lebens erkennen wird und aus ihm jemand wird. 

Gestern, am Freitag, 18.11.2011 haben wir 15 Jahre „Hogar Ninas Obrajes“ gefeiert. Es gab leckeres Essen, eine Band hat Musik gespielt und sowohl die Mädchen aus dem Heim als auch meine Jungs aus dem Casa Esperanza waren Anwesend. Das coole an der ganze Sache war, zu sehen wie die Jungs es geschafft haben, in Kontakt mit den Mädchen zu kommen. Der Ein oder Andere ist später auch Hand in Hand mit diesem Mädchen rumgelaufen. Des Weiteren, haben sie mich gefragt, ob sie meine Kamera haben dürfte zum Bilder machen. Natürlich haben sie Beweisfotos machen müssen, die sie mit irgendwelchen Mädchen zeigen.  Einer der Jungs, total lustiger typ, ich mag ihn wirklich sehr. Hat ein Häppchen, dass auf dem Boden gelegen hat, ich glaube es war ein kleines Fleischküchle mit einem Zahnstocher aufgespießt und es einem anderen Jungen aus dem Casa Esperanza gegeben, der nicht wusste, dass es schon auf dem Boden lag. Klar ist es eigentlich nicht witzig, aber trotzdem in dem Moment einfach zum Brüllen.

Eins muss ich noch erzählen, das ist einfach eine Erinnerung, die ich nie vergessen möchte. Ich war im Computerraum und habe einen Brief geschrieben, bei dem ich hoffe, dass ihn Chrisi mit nach Deutschland nehmen kann, als Johannes (der andere Volontär) mit einem der Jungs rein kommt. Der junge ist ca. 8-9 Jahre alt, ich habe schon mal über ihn geschrieben. Es ist der Junge, mit ich mal sein Pulli wechseln war. Jedenfalls, hat Johannes dann mit ihm ein wenig rumgealbert und in irgendwann aufm Schoß gehabt. Auf seinem Schoß hat er ihn dann runtergedrückt, damit er sozusagen Sit-up´s machen muss und als er dann vor Lachen nicht mehr konnte, hat einen Furz losgelassen, den Johannes somit voll ins Gesicht bekommen hat. Hahaha wir haben uns alle vor Lachen weggeschmissen.

Wie ich erwähnt habe, war am 2. November Fronleichnam, das heißt wir Volontäre hatten frei. Wir haben den Tag genutzt um auf den Teufelszahn zu wandern/klettern. Es war super La Paz mal zu verlassen und einen wunderschönen Blick über fast ganz La Paz zu haben. Ebenso war es einfach mal etwas anderes, als immer nur zu arbeiten. Zudem waren auch fast alle Volontäre dabei, bis auf ein paar Wenige, die den Tag krank im Bett verbracht haben. Dieser Berg heißt Teufelszahn, da er wie ein überdimensionaler Backenzahn aussieht. Es war ein super Erlebnis und hat eine Menge Freude bereitet.

Am Anfang, als ich hier her kam, habe ich mir oft gedacht, warum habe ich mir für 1 Jahr im Ausland entschieden oder warum bin ich überhaupt so weit weg von meiner Familie gegangen. Doch heute bin ich dankbar. Ich hätte ohne diese Erfahrungen, die ich hier sammele, niemals das zu schätzen gelernt, was ich habe. Ich wäre mit Sicherheit nicht so selbstständig, wie ich es jetzt glaube zu sein.
Und jetzt, da man sich eingelebt hat, geht das Jahr noch schneller um. Wie schnell ging es jetzt eigentlich, dass mein Geburtstag wieder ein Monat her ist, wie schnell ging es jetzt, dass ich schon 4 Monate hier bin und ganz ehrlich bald steht schon Weihnachten und Silvester vor der Tür. Und dann ist auch schon mein Bruder da.
Doch jetzt freue ich mich erst einmal auf die Zeit, in der die Jungs keine Schule habe im Casa Esperanza mehr leben denn je herrscht und man mit den Jungs mal richtig sprechen kann.

Ohhh eines hätte ich jetzt fast noch vergessen. Ich war bei DAVID GUETTA „Nothing but the Beat“ (15.11.2011) und es war hammer geil. Klar David Guetta ist ein hässlicher typ, aber er weiß wie man einer Menge von 20 000 Menschen einheizen kann. Genial! Und das Preisleistungsverhältnis hat auch vollkommen gestimmt.

Bilder kann man, wie immer,  auf www.facebook.de finden : )

So das ist es dann mal wieder von mir, ich muss versuchen öfter meinen Blog zu schreiben, damit ich wichtige Ereignisse, die ich nicht vergessen möchte, nicht vergesse.

Liebe Grüße an alle

Sebi