Montag, 29. August 2011

Was sind mich 40 KILOMETER….



Okay, mein Projekt ist immer wieder für eine Überraschung gut. Als ich am Mittwoch vom Fischen „Heim“ gekommen bin, waren wir abends beim Padre zum Essen eingeladen. Es gab natürlich Fisch, doch ich muss sagen ich habe selten so einen guten Fisch gegessen, wenn ich nicht gewusst hätte, dass es Fisch war, hätte es auch ein Schnitzel sein können. Wenn ich mir das grad so durchlese hört sich das ziemlich dumm an Schnitzel und Fisch dasselbe?! Aber der Fisch war super paniert keine Gräten, dazu Kartoffelprei und 2 Salate, war auf jeden Fall…… HAMMER : ) 

Na ja, ich will jetzt damit keinen neidisch machen, also komm ich lieber zu der eigentlichen Tatsache, die ich erzählen möchte. An diesem besagten Abend von dem „Schnitzelfisch“, habe ich erfahren, das mein Projekt das Casa Esperanza jedes Jahr nach Copacabana läuft, zumindest die letzten 40 Kilometer. Nein es ist kein Schreibfehler, es waren 40 Kilometer. Zuerst sind wir mit dem Bus gefahren und wie das halt hier in Bolivien so ist, heißt es um 7:00 Uhr ist abfahrt. Es stand sogar auf dem Plan den jeder von uns „Betreuern“ bekommen hat. Ich hab im Nachhinein auch sagen müssen, egal um was es ging, es wäre sinnvoller gar keine Zeiten auf den Plan zu schreiben, da die Leute es eh nicht schaffen die Zeiten einzuhalten. Jeden Falls war es dann ich glaube kurz nach 8 Uhr bis wir erst mal losgekommen sind. Da geht der ganze Spaß ja erst mal weiter. In Deutschland wäre es so, dass wenn ein Bus für 40 Personen bestellt wird, hat man entweder einen Bus der für genau 40 Personen Platz hat oder es bleiben ein paar Plätze nicht besetzt. In Bolivien ist das so, du bestellst einen Bus für 40 Personen, bzw. ich glaube wir waren sogar 45 Personen, bekommst aber einen Bus der für 35 Platz hat. Bolivianer. In Deutschland, wenn es zu diesem Fall kommen würde, wäre wahrscheinlich innerhalb von 30 Minuten ein zweiter Bus oder eine andere Möglichkeit da, damit wirklich jeder einen Sitzplatz hat. Hier in Bolivien drückt man einfach alle Leute in einen Bus rein und setzt sie in die Mittelgänge oder zu dritt in eine Sitzreihe. Völlig normal für 3 Stunden Fahrt. Haha.

Na ja, also diese Fahrt dann geschafft war, sind wir an einem Hafen ausgestiegen, an dem wir alle eine Stelle des Titicacasees passieren mussten. Und ab dann ging die Reise zu Fuß weiter. Wie stellt man sich so was vor? Also ich stelle mir vor, wir laufen über Wege, wo auch Wege sind und nicht einfach Querfeldein. Aber gut muss man auch mal mitgemacht haben. Das erste lustige meiner Meinung nach war, dass wir so ca. nach 15 Minuten die es irgendwo entlang ging, an einer Stelle angekommen sind, bei der man, ja ich sag mal seine Bergsteigerfähigkeiten testen konnten. Egal, wo man hingetreten ist unter seine Füßen hat sich eine kleine Steinlawine gelöst und man musste wirklich schauen, dass man so schnell wie möglich sich an was festen wie z.B. einem Baumstamm oder an einem Felsen festhält. Ja, aber auch das haben wir gemeistert. Also wir dann endlich den Berg oben waren, ich völlig außer Atem, da die Akklimatisierung wohl doch noch nicht völlig abgeschlossen ist, ging es weiter an einer schönen Straße, bei der man einen unglaublichen Blick auf den See hatte, mit einer Berglandschaft die wirklich Atemberaubend ist. Ich hab heute, als ich im Internetcafé saß, einfach mal nur zum Spaß eingeben wie groß dieser See eigentlich ist und was kam dabei raus? – er ist 15 mal größer als der Bodensee. Also einfach nur unglaublich. Dazu kommt noch, dass es wahrscheinlich der kälteste See der Welt ist und was sicher ist der höchstgelegene auf über 4000m Höhe.  Okay soweit so gut. So nach ca. 1 Stunden hat dann eine Betreuerin zu mir gesagt, die in ihrem Handy einen Schrittzähler hat, jetzt haben wir genau 5,4 km. Was eine Freude nur noch 35 zu laufen. Auf dieser Reise würde ich es nennen, hatte ich wirklich viel Zeit um nachzudenken. Ich muss zugeben mir ging es die letzten Tage einfach nicht so gut hier. Klar ich fühle mich schon wohl in La Paz es ist einfach etwas Besonderes hier zu sein. Aber ich habe leider einen Fehler in Deutschland gemacht und zwar habe ich mich nie mit Heimweh auseinander gesetzt. Und da ich bei der Arbeit die letzten Tage einfach auch nicht immer was zu tun hatte, ging es mir aufgrund dessen auch nicht so toll hier. Jeden Falls glaube ich, dass mir die Zeit an der frischen Luft und beim Laufen echt gut getan hat, was das angeht. Ich habe diese Wanderung mit meinem Jahr in Bolivien in Verbindung gebracht. Zum einen in der Hinsicht, dass ich das Jahr angefangen habe und es auch zu Ende bringen werde, das es Momente gibt in denen man sich fragt, warum macht man das Ganze, da es einem einfach zu viel wird, aber dann wenn man es geschafft hat froh und stolz ist es geschafft und gemacht zu haben. 

Ich glaube auch, dass es unheimlich wichtig war für die Jungs, dass sie gesehen haben, hey der läuft mit der zieht das Ganze mit uns durch, leidet und hat spaß mit uns… Also für mich war es das auf jeden Fall, da ich jetzt das Gefühl habe den Jungs ein wenig näher zu sein. 

Auf dem Weg habe ich dann auch erfahren, dass wir in einem Hostel  schlafen werden. Ich also von einer warmen Dusche geträumt, von maximal 6er Zimmern und was man sich halt so vorstellt. Hahaha. Alles falsch wir hatten einen großem Raum, in dem Matratzen lagen, die man sich wegnehmen durfte wir haben also, alle Jungs in einem Zimmer geschlafen das waren dann 40 Leute, der Vorteil war, nachts ist es nicht kalt : ) Und ich konnte die Jungs mal so hören, was sie nachts so von sich geben. Diese Schlafredner. 

Der nächste Tag sah dann so aus, dass wir gegen 7:30 Uhr aufgestanden sind, uns gerichtet haben gefrühstückt und dann an Strand gegangen sind und dort Sonne getankt haben, bis alle anderen Freiwilligen in Copacabana angekommen sind. Ich glaube ich habe vergessen zu sagen, dass das das größte Event der Fundacion jedes Jahr ist zu dem alle Projekte, die die Fundacion hat nach Copacabana kommen um dort einen gemeinsamen Gottesdienst zu haben, Lieder zu singen und viel gemeinsam zu essen : ) Es war unglaublich um kurz nach 14 Uhr also mit wieder in bisschen Verspätung sind über 30 Buse in Copacabana eingetroffen, mit an Bord die Beneficiarios.  Angekommen liefen wir gemeinsam zur Kirche in die wirklich mal kurz 2000 Leute gepasst haben. Klar die Kirche war riesig, aber die Vorstellung alleine, dass 2000 Leute dort drin waren, hammer hart. Am besten ich lade noch ein paar Bilder hoch um das ganze mal zu verdeutlichen. Gegen Abend hat dann jeder so einen Leuchtstab in die Hand bekommen und wir sind noch einmal gemeinsam zu Kirche gelaufen. Es war fast so schön, wie der Fackellauf jedes Jahr an Silvester auf dem Jägerhaus, aber nur fast so schön,  da für mich der Fackellauf immer etwas ganz Besonderes ist.
Zum Abschluss des Laufes und den Ansagen, bzw. den Gebeten des Padre, gab es noch ein super schönes Feuerwerk. : )  Und danach ging es dann weiter in die Sporthalle von Copacabana um dort den Abend, bei verschiedenen Tanz und Comedy Vorstellungen ausklingenzulassen. 

Ich muss sagen, ich war immer froh, als der Tag dann endlich zu Ende ging und ich mich einfach nur in mein Bett legen konnte um zu schlafen. Da die Zeit doch sehr anstrengend war. 

Der Sonntag ist dann vollends harmlos verlaufen, morgens aufgestanden, Zeug zusammengerichtet, aufgeräumt, gefrühstückt, an Strand gegangen, Mittaggegessen, in den Bus eingestiegen und  4 Stunden Richtung La Paz gefahren… 

Ja das war mein Wochenende, mit vielen interessanten Erfahrungen. 

Ach genau, eins das möchte ich noch erzählen. Ich hab mit einem meiner Jungs gesprochen, der mich gefragt hat, ob ich noch einmal hier her laufen würde. Worauf ich gemeint habe jetzt im Moment nicht, da mir heute noch alles von Freitag weh tut, aber sonst schon. Und dann haben wir darüber gesprochen, nächstes Jahr dann und dabei ist mir klar geworden, dass alles was ich erlebe, wie z.B. das fischen gehen, die Wallfahrt nach Copacabana und noch vieles mehr, was noch kommen wir und was schon war, das alles werde ich nur einmal in meinem Leben bzw. in dem Jahr hier erleben. Eine interessante Erfahrung über die ich mir zuvor noch keine Gedanken gemacht habe.

So liebes Tagebuch, und liebe Mitleser. Das war´s mal wieder von mir nach 1444 Wörtern.
Gruß Euer Sebastian

Donnerstag, 25. August 2011



 bissle verstochen, aber wir haben es ueberlebt
 :)
 nachdem alles nass war... :(
 36 Kilo hat dieser Fisch
 der kleine hat ne Keks geklaut :)
 Platz fuer 15 Personen...
meine Ausbeute :)

Mittwoch, 24. August 2011

Der erste Monat ist rum


So jetzt kann ich wirklich sagen, ich bin seit einem Monat hier. Ich bin dankbar dafür das alles erleben zu dürfen und die Zeit hier zu verbringen. Der Monat ging auch unglaublich schnell rum. Und was man alles in so einem Monat erlebt hat kaum zu fassen.  Fassen wir mal zusammen. Vor einem Monat sind wir Volontäre gelandet, wir hatten 2 Wochen in denen wir ein Vorbereitungsseminar hatten und auch einfach mal Zeit hatten sich die Umgebung ein wenig anzuschauen, dann noch eine Woche Arbeit und zum Schluss der Ausflug.
Ich Moment muss ich sagen, bin ich noch froh, dass es wirklich nur ein Jahr ist. Ich hätte nicht erwartet, dass ich so oft an zu Hause denke, an meine Familie und Freunde. Natürlich ist es hier auch sehr schön, aber ist einfach so, dass man nicht in seiner gewohnten Umgebung ist. Und das verunsichert natürlich auch. Dazu kommt, dass ich noch nie so lange von zu Hause weg war. Wenn man abgelenkt ist, vergeht ein Tag wie im Flug, doch sobald man Zeit für sich hat, nachdenken kann oder vllt. auch mal nach Hause Kontakt hat, fällt es einem schon schwer.  Ich freue mich schon jetzt unheimlich auf meine Familie, wenn sie mich dann in weiteren 6 Monaten besuchen kommen. Und ganz ehrlich jetzt sind es ja auch nur noch 11 Monate. Wenn man Weihnachten vorbei ist, man sich richtig eingelebt hat, weiß wie alles funktioniert und einfach hier sich ein Leben aufgebaut hat, dann denk ich, will man den Tag gar nicht wahr haben,  an dem es heißt Abflug nach Deutschland. Doch bis dahin, ist es noch Weile. 

Welche Gedanken ich mir mache? Meistens sind es so Gedanken wie, wenn ich wieder zurück bin, dann will ich das und das machen. Oder einfach zu wissen, was zu Hause so geht. Man denkt immer zu Hause hat sich die Welt verändert, das ist wahrscheinlich nicht mal der Fall, klar verändern sich ein paar Dinge aber nicht alles. Das Grundsätzliche ist gleich geblieben. Und wenn man so hört, was die Freunde jetzt gerade machen oder machen werden. Das verpasst man leider alles. Klar verpassen auch sie unheimlich viel in meinem Leben, doch so habe ich es mir ausgesucht.
Naja soweit so gut. 

Das wär es dann jetzt erst einmal von mir.
  
Ich freue mich euch alle in 11 Monaten wieder in den Arm schließen zu können. 

Bis dahin haltet die Ohren Steif

Ihr hört von mir, euer Sebastian.

Ich bin ein Volontaer holt mich hier raus :)



So jetzt nach längerer Pause geht es wieder weiter. Aber die Pause hat sich gelohnt.

Wie ich bereits ja schon gesagt habe, sind wir übers Wochenende, also genau genommen von Freitag bis Mittwoch mit dem Padre unterwegs gewesen. Wir haben uns morgens um 7 Uhr am Militär Flughafen von La Paz getroffen „TAM“.  Also allein hier beginnt schon das Abendteuer erst einmal hätte uns unser Taxifahrer fast zum falschen Flughafen gebracht und des Weiteren waren wir total verwirrt, als wir dann auf einmal vor den Eingangstoren des Militärflughafens standen. Aber hier in La Paz scheint es so, als wäre das überhaupt nichts Besonderes. Ist wahrscheinlich auch der einzige Flughafen, von dem aus man in den Dschungel fliegen kann. Na ja jeden Falls mussten wir dann auf unser Flugzeug warten, welches um 8 Uhr starten sollte. Doch bis dahin kamen dann noch die Sicherheitskontrollen und das Check-In. Die Sicherheitskontrollen, wenn man das so nennen darf haben im Grunde genommen aus nichts bestanden.  Und das ist jetzt kein Witz, weder unsere Taschen noch wir selber wurden gescannt oder was auch immer. Scheint wohl alles auf Vertrauen zu basieren, auf einem MILITÄR FLUGHAFEN. Als das Flugzeug dann kam, ging alles vollends recht schnell. Das Flugzeug war eine Propellermaschine, mit wenn überhaupt 30 Sitzplätzen, ich würde eher mal sagen es waren weniger.  Aber der Flug war gut. Beim Landen sind wir noch auf einer Landebahn so wie man sie eben kennt, gut vllt. nicht so toller Qualität, aber immer aus Asphalt gelandet. Doch dann beim Aussteigen, standen wir mitten auf einer gut gemähten Wiese. Immerhin etwas: ). 

Von dort aus hat uns dann ein Freund vom Padre abgeholt. Unsere Taschen wurden alle aufs Dach eines Transporters gespannt und dann ging die Reise über naja wie kann man es beschreiben. Für die Menschen dort waren es super Straßen für uns wäre es Menge Schotter gewesen. Aber daran musste man sich gewöhnen. Ich hab erst beim Rückflug wieder Asphalt gesehen. Na ja also wir dann in dem Ort angekommen waren Rurrenabaque haben wir Obst, Brötchen und Getränke gekauft. Danach sind wir dann Richtung Hafen bzw Fluss gelaufen. Dort stand dann schon unsere Schiff bereit mit dem wir dann  3 Stunden lang Flussaufwärts gefahren sind. Dass Schiff sah so aus, dass es ungefähr 1m breit war um 7-10m lang und vorne waren dann Stühle montiert auf denen wir Platz nehmen durften. 

Währen der Fahrt sind wir mehrere Male hängen geblieben, da die Regenzeit ja noch nicht war und aufgrund dessen der Fluss recht niedrig war. Aber das überhaupt kein Problem zum einen hatten wir am ersten Tag bombastisches Wetter, ich würde mal sagen so um die 30 grad, so dass man immer unser Steuermann, Koch und Führungsleiter und auch manchmal meine Wenigkeit ins Wasser gesprungen sind und das Boot ein Stück gezogen haben zumindest soweit bis wir über die Steine hinweg waren und man wieder bedenkenlos weiter fahren konnte. War echt super eine tolle Erfrischung und eine super Erfahrung. Doch natürlich kam mein „Glück“ mal wieder nicht zu kurz. Beim ziehen des Bootes hab ich auf Grund der starken Strömung meinen einen Croc verloren. Doch ich hab es Gott sei Dank rechtzeitig gemerkt und bin meinen Schuh hinterhergesprungen. War echt super lustig. Und ich hab ihn auch wieder bekommen.

Irgendwann nach den 3 Stunden sind wir dann endlich angekommen. Es war 15 Uhr und immer noch super Wetter. Als wir ankamen hab ich mir gedacht, hää und wo sollen wir hier unsere Zelte aufschlagen, hier liegen doch überall lauter Steine herum. Kommt Zeit kommt Rat. Unser Führer hat uns dann ein Stück in den Dschungel geführt, wo wir auch schon ein kleines Lager entdecken konnten mit Feuerstelle und allem was dazu gehört. Wer schon mal die Sendung "Ich bin ein Star holt mich hier raus" kann sich vorstellen, wie es bei uns ausgesehen hat :) War echt mal was völlig anderes. Und mal im Dschungel schlafen hat auch was, bei den ganzen Geräuschen und Tierchen die da so leben. Aber nicht dass ihr jetzt denkt wir haben mitten auf den Blättern geschlafen. Wie ich oben schon angesprochen habe, hatten wir Zelte dabei, die wir dann aufgebaut haben.
Ja jetzt mal zu den Zelten. Die Zelte waren ja an sich wirklich super. Aber der eine aus der dreier Gruppe hat gemeint. Wir müssten keine Regenplane drüber machen da wir zum einen etwas unterdacht waren und die Regenzeit noch nicht losgegangen ist. Hätte er das mal lieber nicht gesagt. In der Nacht hat es dann so sehr geregnet, dass irgendwann Schlafsack und auch andere Dinge nass wurden.  Aber nein wir brauchen ja keine Regenplane über unser Zelt machen.  Am nächsten Tag haben wir dann die Planen drüber gemacht, doch es hat die ganzen nächsten Tage die wir dann noch im Dschungel verbracht haben nicht mehr geregnet. Das Fischen war auch interessant, ich muss sagen ich persönlich bin etwas verwöhnt, was fischen angeht. Ich habe eine gescheide Angel die man super auswerfen kann und alles drum und dran. Dort hatten wir eine Angelschnur die um ein Holzstück gewickelt war. Und um zu merken, ob ein Fisch angebissen hat, musste man die ganze Zeit die Schnur in der Hand halten. Nicht, wie bei meiner Angel daheim, bei der vorne ein Schwimmer dran ist und wenn der Untergeht kann man ziehen. Ohhh Nein so nicht. Naja aber es war auf jeden Fall trotzdem lustig Willi der Freund vom Padre der auch dabei war, hat es geschafft mit dieser Angel einen 36 Kilogramm schweren Fisch aus dem Wasser zu ziehen. Unglaublich aber war. Ich hab leider mal einen Tag pausieren müssen, da ich mich übergeben habe, ich denk das lag an dem vielen Fisch, der mangelnden Hygiene und dem schlechten Wetter, bei dem ich Nachts in meinem nassen Schlafsack gesteckt habe.  Abends wurde dann immer für uns gekocht, schon krass wie einfach mal eigentlich ein super leckeres Gericht zubereiten kann. Und alles wurde auf unserem Lagerfeuer gekocht. An dem wir dann abends auch noch ein wenig Zeit verbacht haben, solange bis die Moskitos einen ins Bett gezwungen haben.
Von Montagnacht bis Mittwochmorgen haben wir in einen Hotel übernachtet. Es war sauber und schön. Und es war, wie im Himmel zu schlafen, wenn man eine Matratze unter sich hat und nicht nur den Zeltboden und das einzige was einen vom Zeltboden trennt ist der Schlafsack.  Am ersten Abend sind wir vom Hotel aus zu einem Italiener gegangen. Also was ich sagen muss, ich hab bis jetzt keine Pizza gegessen, die wirklich nach Pizza geschmeckt hat. Aber na ja vllt. versteht man hier was anderes unter Pizza. 

Nach der ersten Nacht wurden wir dann morgens um 9 Uhr abgeholt um auf eine Art Safari mitzugehen. Die Safari bestand aus 3 Stunden Fahrt, bis zu einem anderen Hafen, von dort aus sind wir dann 3 Stunden lang auf einem Boot gesessen und haben Krokodile, Affen, sowie verschiedenste Vögel gesehen. War echt interessant und auf jeden Fall zu empfehlen. Einer der Affen hat sogar einem meiner Kollegen einen Keks geklaut. Abends sind wir dann wieder Essen gegangen um die 6 Tage gemütlich ausklingen zu lassen.
Es waren super schöne 6 Tage mit Erfahrungen, die man mit Sicherheit nur einmal im Leben macht.
Ja und das war´s eigentlich auch schon wieder zu der vierten Woche vom ersten Monat.

Dienstag, 16. August 2011

Sowohl geil, als auch total naja


Ich weiß ja nicht, aber irgendwie schon cool so einen Internetblog zu haben und einfach reinzuschreiben, was man so am Tag oder an mehreren Tagen erlebt hat. Also wer das erfunden hat, dem sei Lob : )
Genauso auch der Gedanke, dass wenn wir in 11 Monaten wieder abreisen, man einfach mal in seinen Interblog schaut und liest was man so gemacht hat. Schon ein cooler Gedanke. Klar ich weiß auch, es sind noch 11 Monate bis dahin, aber in der Zeit in der ich daheim war hab ich mir nur selten Gedanken gemacht, ob jetzt der Monat bald rum ist oder nicht. Auf dem Weg zum Abi hin dann schon auf alle Fälle, aber das hat ja schließlich auch einen anderen Grund gehabt. Und hier weiß man ganz genau, dass das Leben hier auf ein Jahr begrenzt ist. (Kurzer Gedanke von mir… )

Ich fang mal beim Sonntag an, ich glaube da habe ich auch aufgehört. Nachdem wir alle mal wieder ein wenig Kontakt nach Hause hatten und die Zeitverschiebung halt doch eine große Rolle spielt. Da wenn es bei uns 16 Uhr manche vllt. mal schlafen möchten. Haben Max und ich entschieden in die Stadt zu gehen.  Erst einmal wollten wir beim Fitness vorbeischauen um nachzufragen, wie so die Preise sind. Doch das hatte leider schon seit 13 Uhr zu. Also sind wir weiter einen Kaffee trinken gegangen. War wirklich ein super schönes Kaffee. Ja wie der Kaffee jetzt geschmeckt hat oder was auch immer brauch ich ja wohl kaum erklären ;).  Nachdem wir dann fertig waren haben wir beschlossen in die Marktstraße zu gehen die uns Nina freitags gezeigt hat. Man man man war das ein Erlebnis. Wie kann man sich das am besten vorstellen? Also gut man muss sich vorstellen da ist ein Straße – logisch – an der Straße fahren ständig wirklich ständig Autos vorbei und genau neben den Autos wird alles verkauft. Und wenn ich Alles sage, dann mein ich auch wirklich alles. Irgendwann geht es dann mal so zwischen ein Paar Ständen hoch. Nina hat uns schon gesagt, dass man da dann hauptsächlich Kleidung kaufen kann. Klar für meine Größe natürlich nicht all zu viel. Aber es gibt wie soll es auch anders sein auch ALLES andere zu kaufen. Also Max und ich denken uns nichts dabei und laufen mal da hoch. Die ersten 100m Stände weitere 100m Stände man hatte den Anschein es nimmt gar kein Ende mehr. Natürlich waren wir dort nicht ohne Hintergedanken wir wollten etwas kaufen, mit dem wir unser Zimmer verschönern könnten. Deswegen haben wir uns für eine Dartscheibe und einen Spiegel entschieden. Keine Sorge beim Aufhängen waren wir beide auch so schlau das ganze weder untereinander noch übereinander zu hängen : ). Nachdem wir dann Glücklich irgendwann wieder aus den vielen Ständen herausgefunden haben, sind wir in Richtung Kino wieder einmal gegangen. Dort haben wir uns dann mit den Mädels aus der Wohnung getroffen und uns Capitan America angeschaut auf Spanisch. Und wieder einmal muss ich zugeben ich habe recht viel verstanden, zumindest den Kontext. Und das war dann der Sonntag.

Am Montag, sind wir dann alle rechtzeitig aufgestanden um, nicht wie Bolivianer, pünktlich am Arbeitsplatz zu sein.  Ja was soll ich über meinen ersten bzw. inzwischen zweiten Tag sagen?! Momentan bin ich noch nicht so begeistert. Wie ich glaube ich schon erwähnt habe, arbeite ich im Casa Esperanza. Das Casa Esperanza ist ein reines Jungenheim. Die Jungs dort sind zwischen 8 und 18 Jahren. Sie leben im Heim, weil entweder ihren Eltern tot sind bzw. sie meistens gar nicht wissen, wer ihr Vater ist und die Mutter nun eben nicht mehr lebt. Oder weil ihr Eltern auf der Straße oder in sehr armen Verhältnissen und zu Hause dann Gewalt angewendet wird.  Warum ich nicht begeistert bin, liegt einfach daran, dass ich Momentan keine feste Arbeit habe, bei der ich sagen kann das ist mein Bereich. Mir wurde zwar im Voraus gesagt, dass es so kommen wird, aber ich muss ehrlich gesagt sagen so habe ich es mir nicht vorgestellt. Unter der Woche haben die Jungs im Prinzip keine Freizeit. Die die morgens in der Schule sind müssen mittags ihre Hausaufgaben machen, die die nachmittags in der Schule sind müssen sie morgens machen, ebenso wie die, die abends in der Schule sind. Ich hab mir erklären lassen, dass die die schon von Anfang an zur Schule gehen konnten morgens in die Schule dürfen der Rest geht eben erst dann nachmittags oder abends. Ja was hab ich so an meinem ersten Arbeitstag gemacht? Ich hab ein wenig versucht, mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. Der Chef Martin hat mich allen Mitarbeitern vorgestellt. Ich hab einem Jungen geholfen beim geteilt rechnen, hab ein wenig Tischtennis gespielt. Mehr aber leider nicht und man kann sich ja vorstellen, dass das einen Tag mit 8 Stunden bei weitem nicht deckt. Also saß ich die restliche Zeit eigentlich nur rum.

Am Dienstag war es dann im Prinzip nicht viel anders. Ich hätte eigentlich ein paar Jungs helfen sollen in Englisch, aber die Jungs hatten weder Lehrbuch noch irgendwas anderes. Des Weiteren waren sie auch nicht sonderlich motiviert, so wie halt der Lehrer auch, der sich dann mal in der Zeit in der ich da war seine Fingernägel gekürzt hat. Es war zwar trotzdem Interessant, da ich mit den Jungs ins auch ins Gespräch gekommen bin und sie alle wirklich super nett sind. Aber was ist meine Aufgabe? Ich warte jetzt noch diese Woche ab. Schau mir mal alles an, was mir so auffällt, wo ich meine da könnte ich helfen. Und dann spreche ich mit Martin, mal schauen was dabei dann raus kommt.  Meine Enttäuschung bei dem Ganzen, kommt wohl eher davon, dass ich es mir anders vorgestellt habe, ich habe erwartet, dass ich eher einen Bereich bekomme. Und di e Kinder auch mehr Zeit haben. Dabei ist der Raum in dem z.B. die Tischtennisplatte steht meist abgeschlossen oder die Jungs dürfen halt einfach mal wieder nicht spielen. Komisch aber ist halt so. Ich hoffe Momentan sehr, dass ich die richtige Entscheidung mit dem Projekt getroffen habe und das Jahr nicht auf Grund der Arbeit zu einer Qual wird. Denn sonst geht das Jahr ja nie rum.

Aber jetzt mal abwarten, wie es weiter geht.

Doch trotz meinen merkwürdigen und langen Tag, hatte ich einen super Abend mit Theresa und Max. Wir sind auf einen Aussichtspunkt gegangen KiliKili, von wo aus man wieder einmal einen super schönen Blick über einen Teil von La Paz hat. Und noch dazu sind super lustige Bilder entstanden.
Also jetzt aber, ich hab mal wieder mehr als 1100 Wörter geschrieben und ich will meine treuen Leser ja nicht verscheuchen und wenn ich das ganze mal wieder lesen möchte, soll es auch eine Licht am Ende des Tunnels geben. : )

Danke fürs Lesen
Euer Sebi