So meine Freunde, nach langer Abwesenheit von mir, habe ich beschlossen an meinem freien Tag, den ich so gelegt habe, dass es ein Freitag ist, einen Blogeintrag zu schreiben. Nicht dass ihr jetzt denkt ich habe mir Urlaub genommen, da ich völlig überarbeitet bin, hahaha, ganz im Gegenteil. Letzten Sonntag, 25. September 2011 war ein riesen Fest, der Fundación die Kirmes. Es wurde an 3 verschiedenen Standpunkten gefeiert. Zum einen auf dem Gelände des Casa Esperanzas, Ninas Obrajes und noch ein Standpunkt den ich euch leider nicht sagen kann. Jeden Falls waren knapp 2000 Menschen dort um den verschieden Bands zu lauschen, das Essen und die Getränke zu genießen. Des Weiteren hat jetzt allmählich die Regenzeit hier angefangen und es regnet wirklich jeden Tag min. ein Mal. Und genauso war es auch am Sonntag, doch Gott sei Dank hat es erst gegen Ende angefangen.
Aber gut jetzt mal Weg vom Sonntag und hin zum Camino de la Muerte. „Dam Dam Dam“!!!!
Wir Volontäre haben, wie ich schon geschrieben habe, beschlossen, den Camino del muerte am Samstag zu fahren. Wir wurden am Samstagmorgen um kurz ca. 8:30 Uhr abgeholt, also fast wie ausgemacht, was normalerweise um 8 Uhr gewesen wäre. Aber wie ich auch schon das eine oder andere mal geschrieben habe, wir sind in Bolivien.
Na ja, auf die halbe Stunde kommt es nun wirklich nicht an. Wir waren ca. 1 Stunde in Minibussen unterwegs, bis wir an dem Punkt angelangt sind, an dem die ganze Reise gestartet hat. Diese Stelle lag auf einer Höhe von mehr als 4700m und uns wurde gesagt, dass wir in den nächsten 3 -4 Stunden 3000 Höhenmeter platt machen. Gott war das geil, man hätte fast meinen können, dass es von Höhenmeter zu Höhenmeter um 1 Grad Celsius zugenommen hat. Okay schon klar wäre ziemlich warm gewesen, aber es war auf jeden Fall mega in die Wärme zu fahren :)
Aber jetzt mal von Anfang an. Oben angekommen, hat jeder von uns Schutzkleidung bekommen und die eigentlich versprochenen schwarzen und orangenen Fahrräder, waren letzten Endes weiß, aber auch das war nicht weiter tragisch. Hauptsache wir konnten damit fahren. Es gab noch schnell eine Einweisung, bei der die Führer ihrer ach so tolles englisch präsentieren mussten.
Also gut auf die Sättel, fertig, LOS!!! Erst einmal ging es einfach nur die geteerte Straße runter, leck fett ich würde mal sagen auf so einem Fahrrad mit 40-50 km/h zu heizen ist schon krass, aber geil wie die Sau. Dann ging es weiter Kurve für Kurve links dann wieder rechts, Hupe von hinten Auto an uns vorbei. Und wir dann irgendwann auf einem Weg abgebogen, da die Hauptstraße halt einfach mal so gesperrt war, der uns über einen richtig geilen Schotterweg gebracht hat OHH Baby, Puls auf 200 und weiter.
Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube bis auf einen kleinen Sturz ist an dieser Stelle nicht weiter was passiert.
Den Schotterweg verlassen ging es dann noch mal für ca. 5 km auf die geteerte Straße, bis wir dann an einer Art Mautstelle vorbei gekommen sind, an der wir 2 € bezahlen mussten, um den weiteren Weg passieren zu dürfen. Doch von dort aus ging es dann erst einmal mit dem Auto noch ein Stück weiter, damit wir die Möglichkeit haben nur bergab zu fahren und nicht bergauf. Wie angenehm.
Also gut, jetzt geht die Tour weiter, bei gefühlten 25°C und einer Luftfeuchtigkeit von 80%. Doch was uns auf dieser Tour dann wiederfahren ist, hätte keine von uns erwartet. Es war so geil landschaftlich ist die Todesstraße ein absoluter Traum, klar man sollte nicht so sehr auf die Landschaft achten, da die Straße, ja wenn man es Straße nennen kann, bestand wirklich nur aus Schotter, Dreck und ja, fast wie ein Feldweg. Die Straße war gerade so breit, dass man mit einem Auto entlangfahren konnte. Wenn dann mal ein zweites Auto kam aus der anderen Richtung ist es dann schon ziemlich eng geworden.
Naja aber jetzt kommt der Knaller, wir also auf diesem Weg unterwegs und irgendwann haben wir mal eine Pause gemacht um uns alle wieder zu treffen. Der liebe Amerikaner Matt hat sich recht nah an Abgrund gestellt, was mit Sicherheit kein Problem wäre, doch bei seinem Glück ist der Boden unter seinen Füßen weggerutscht und er somit in die Tiefe gefallen. Wir allen haben schon gedacht, ohhh nein, warum ausgerechnet hier und heute. Doch Matt hatte ein riesen Glück, ein unbeschreibliches Glück. Normalerweise ist es an jeder Stelle der Todesstraße ca. 200-300m in die Tiefe gegangen, vielleicht sogar mehr, ich kann es so schlecht einschätzen. Doch ausgerechnet, an der Stelle an der Matt gefallen ist, war ein kleiner Vorsprung in einer Tiefe von ca. 3-5m, auf dem er gelandet ist. Wir konnten auch von Glück sprechen dass unsere Führer ein Seil dabei hatten, sonst hätte Matt dort erst einmal übernachten dürfen haha.
Ihn unversehrt wieder hochgezogen, ging die Fahrt weiter. Mit einer kleiner Unterbrechung, bei der wir dann zu essen und trinken bekommen haben, haben wir versucht den Schreck den uns Matt eingejagt hat runterzuschlucken.
Am Ende der Strecke hat ein mega geiles Hotel auf uns gewartet mit leckerem Essen, Getränken und einem Pool, was will man mehr. Allein die Tatsache eine kurze Hose tragen zu können oder ein T-Shirt unglaublich, denn das kommt in La Paz nicht allzu oft vor.
Es war auf jeden Fall ein hammergeiles Erlebnis, das ich doch gerne noch einmal wiederholen wöllte.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen